Samstag, 17. Jänner 2009

Ein herrlicher Frühlingstag in Sevilla, 17.01.09

Die gestrige Nacht, die erste gegen 05:30 Uhr Morgens ihr Ende fand, hatte uns doch sehr in Anspruch genommen, sodass es weniger angenehm war heute um 12:00 Uhr von Pepe geweckt zu werden. Aber wenn wir schon einmal nur knappe 40 km von Sevilla entfernt sind, müssen wir die Gelegenheit natürlich beim Schopf packen um diese Stadt zu besichtigen. Nachdem wir uns aufgequält hatten, waren wir auch schon auf dem Weg nach Sevilla, wo wir nach circa 20 Minuten Fahrt ankamen.

Zuerst suchten wir ein Restaurant auf, da wir alle bereits recht hungrig waren. Pepe erinnerte sich an ein Bar, welcher uns unbedingt zeigen wollte, da man dort auch sehr gut essen könnte, nur war er sich nicht mehr sicher, wo sich diese befindet. So spazierten wir lange durch Sevilla, sahen bereits die ein oder andere Sehenswürdigkeiten und erreichten, nachdem wir einen enormen Umweg durch die vielen kleinen, labyrinthartigen Gassen gegangen waren, dieses Mittelding zwischen Bar und Restaurant. Bei 20° Grad aßen wir gemütlich im Freien. Bei ausnahmslos blauem Himmel und angenehmen Temperaturen war der heutige Tag wirklich perfekt für eine Stadtrunde durch Sevilla. Nachdem wir gegessen hatten, führte uns Pepe wie ein professioneller Tourist-Guide durch Sevilla. Die textuelle Beschreibung spare ich mir an dieser stelle und überlasse dies besser den geschossenen Fotos.


Wie in vielen andalusischen Städte fanden wir auch in Sevilla riesige Palmen und viele Orangenbäumen vor.



Die Kathedrale von Sevilla – laut Pepe und auch Wikipedia die drittgrößte der Welt.



Unvorstellbar: Am Plaza del Salvador versammelte sich eine große Menschenmenge bestehend auf Personen aus allen Altersschichten um zu tapieren. Da die umliegenden Bars recht klein sind, holt man sich in einer dieser Bars ein Bier mit Tapa, welche man im Freien mitten in Sevilla auf diesem großen Platz genießt. So vertreibt man sich in Sevilla, zumindest bei schönem Wetter, den Samstag Nachmittag.


Vielleicht kann mir irgendein Biologe unter meinen Lesern sagen, was das für ein interessant verwurzelter Baum ist?




Der mehr als beeindruckende Plaza de España im Zentrum von Sevilla. Auch die folgenden Fotos zeigen dieses impresionante Monument.





Torre del Oro und der Fluss Guadalquivir.


Nachdem wir zum Abschluss dieses beeindruckenden Tages gemütlich noch etwas getrunken hatten, fuhren wir wieder in Pepes Dorf zurück, da Pepe meinte Sevilla sei zum Ausgehen nicht derart großartig geeignet und er uns versicherte in Arahal würden wir uns weitaus besser amüsieren. Nach den Erfahrungen des gestrigen Tages kaufte wir das Pepe natürlich sofort ab! Wir fuhren zu Pepes Elternhaus, entspannten uns ein wenig, duschten und bereiteten uns auf ein wiederholtes Ausgehen in Arahal vor.

Gegen 22:30 Uhr holten wir Antonio, einen Freund von Pepe, der uns bereits vor einigen Wochen in Granada besucht hatte, ab und fuhren wieder in die Bar „La Mazaroca“, da wir dort das gestrige köstliche Abendessen wiederholen wollten. Leider sind wir nicht die Einzigen, die die gute Küche dieser Bar zu schätzen wissen, und so war die Bar gestopft voll, sodass wir keinen Platz fanden. Wir beschlossen zuerst in einer kleinen Bar einige Tapas zu knabbern um unser Glück dann später noch einmal zu versuchen. In der Bar, in der wir dann landeten, gab es natürlich – wie es sich für eine Bar in der Region Sevilla auch gehört – das schmackhafte sevillanische Bier Cruzcampo. Fast noch besser als das Bier selbst gefielen mir jedoch die Gläser, in denen dieses serviert wurde. Da ich sobald ich wieder in Tirol bin mit Nadja zusammenziehen werde und unsere Küche noch nicht vollständig ausgestattete ist, fragte Pepe, ob man in Spanien Gläser einfach so mitnehme könne oder ob wir fragen sollten? Pepe, der den Besitzer der Bar namens José María natürlich kannte, fragte diesen sofort und dieser meinte: „Natürlich, kein Problem! Wie viele willst du denn?“ Ich schaut ihn zuerst total verwirrt an und meinte darauf, dass eines komplett ausreichen würde. José María drehte sich um, kramte unter der Bar eine Schachtel hervor, gab diese in ein Sackerl und überreichte mir 12 frische Cruzcampo Gläser! In den kleinen Dörfern Spaniens scheint die Welt noch in Ordnung zu sein! :o) José María rief irgendeinen seiner Stammgäste zu sich, der schon knietief im Öl stand und meinte er solle mit mir Englisch sprechen, da ich ja Austauschstudent sei. Dieser schon etwas ältere, kleine Spanier brabbelte irgendwelche unverständlichen Worte wobei er immer wieder „Nay, nay!“ schrie. Ich konnte ihn lediglich verwirrt anschauen und merkte wie bereits die gesamte Bar dieses lustige Treiben beobachtete. Irgendwann schien er dann einzusehen, dass ich kein Wort verstand, aber was soll „Nay“ auch schon bedeuten, gab mir die Hand und wir verabschiedeten uns. Pepe sagte mir im Nachhinein, dass ich den Mann nicht verstehen hätte können, da er mir genau gar nichts gesagt hatte und sich die Leute gewiss eher über den Trunkenbold lustig gemacht hatten als über den fremden Touristen aus Österreich. Durch dieses lustige Ereignis wurde „Nay“ schnell zum Wort des Abends. :o) Den Rest des Abends verbrachten wir dann wieder in „La Mazaroca“ und den übrigen Bars, in denen wir auch gestern schon waren. Wir lernte fast das halbe Dorf Arahal kennen – natürlich stimmt das nicht, aber mir kam es so vor – und verbrachten einen genialen Abend der auch erst sehr spät, genau gesagt um kurz vor 07:00 Uhr, sein Ende fand.


Wieder in der Bar „La Mazaroca“ mit Antonio.


Die riesigen Garnelen - Pepe hält eine davon in Händen – waren äußerst köstlich. Bis man diese Viecher jedoch erst einmal bearbeitet hat um sie essen zu können, vergeht viel Zeit. Speziell wenn einem die Praxis fehlt, wie in unserem Fall. So könnten die geübten Spanier wahrscheinlich vier dieser Garnelen essen, während wir noch die erste bearbeiten.


Ron Miel – ein typisches spanisches Shot Getränk mit Ron gesüßt mit Honig, Sahne und Zimt.


Ein Foto mit Jesús, einem total netten Typen, der für einen Spanier eigentlich recht groß war.


Weiter neue Bekanntschaften: Juanfran, dieser typisch spanische Spitzname kommt vom Doppelnamen Juan Francisco, und Angel ganz rechts im Bild.



Zuletzt waren wir noch in dieser gut besuchten Diskothek.


Ich habe keine Ahnung, wer dieser Typ im roten Pullover sein soll. :-p Aber der Rest dürfte schon bekannt sein.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Beneidenswert...
Ich glaub, Sevilla ist echt eine Reise wert!!

ps: Ich glaub, die lustigen Äste, bei dem coolen Baum sind Luftwurzeln...

Anonym hat gesagt…

Hola Ben,
Den Typ mit dem roten Pulli kenn ich leider auch nicht, aber der Baum mit den eigenartigen Wurzeln sieht mir ganz nach einem spanischen MW aus. ;-))

Saludos,
Dad

Ben hat gesagt…

Also deine Theorie hat irgendwie Luft Paul, aber dennoch gfallt ma die vom Dad bei weitem besser! *LoL*

Saludos,
Ben