Heute gaben wir im Sprachkurs unseren Notenvorschlag ab. Dann darf man jetzt gespannt auf nächste Woche sein, da wir da eben diese Vorschläge mit Emilia besprechen werden. Im Kurs beginnen wir nun zunehmend immer mehr über Gott und die Welt zu plaudern. Heute schafften wir gerade einmal eine Übung, da Emilia und auch uns zu jedem Beispielsatz ein passendes Gesprächsthema einfiel. „Wenn ich in der Lotterie gewinnen würde, kaufte ich mir ein Cabrio.“ Ein solcher Satz bringt zum Beispiel genug Gesprächsstoff für eine halbe Stunde über das spanische Lotteriesystem.
Für den restlichen Vormittag und Nachmittag hätte ich mir eigentlich vorgenommen mich um diese NIE (número de identidad de extranjeros) zu kümmern. Jedoch noch gestern Abend fand ich einige Informationen und Erlebnisberichte vormaliger Studenten, welche alle meinte, dass man diese NIE nur dann braucht, wenn man in Spanien arbeiten, sich eine Wohnung kaufen oder beispielsweise ein Bankkonto eröffnen will. Nachdem ich dann in der Stadt zufällig Fernando getroffen habe und auch mit ihm noch einmal über dieses Thema gesprochen habe – er hat sich diese NIE schon besorgt – verging mir die Lust dazu noch mehr. Er schilderte mir diesen enorm bürokratischen Prozess in allen Einzelheiten. Zum Beispiel werden von der Polizei am Tag nur 120 solche Fälle bearbeitet. Fernando war bereits um 03:00 Uhr Morgens am Kommissariat um sich in eine Liste einzutragen und war bereits die Nummer 79. Da jetzt schon fast 3 Monate vergangen sind und ich auch nicht vorhabe hier zu arbeiten oder mich sonst irgendwie wirtschaftlich zu betätigen, werde ich diese NIE, auch wenn es angeblich für ALLE Auswärtigen – egal ob EU oder nicht – verpflichtend ist, nicht besorgen. Über diesen Entschluss habe ich auch mit Dad noch einmal kurz Rücksprache gehalten, welcher mir zustimmte und meinte sich noch einmal zu informieren und im Fall, dass er etwas ganz Wichtiges herausfinden würde, sich nochmal zu melden.
So verbrachte ich den Nachmittag, nachdem wir im Comedor, wo ich Fernando zum wiederholten Mal zufällig traf, gegessen hatten und uns für eine Exkursion auf die Alhambra im Jänner eingetragen hatten, mit Arbeit für die Universität und kam auch gut voran. Am Abend war ich seit langem wieder einmal gemeinsam mit David im Fitnessstudio.
Für die Nacht stand heute ausnahmsweise wieder einmal eine Fiesta am Programm. So lud ich Marita und Magda, eine Freundin von ihr, ebenfalls aus Polen, ein. Auch Geri und Jose waren mit von der Partie. Pepe kam später mit Lucia und zwei weiteren Bekannten von Lucia nach. Es war eigentlich total nett, bis zu dem Moment, in dem sich das grausame Schicksal vom 03.09.2005 wiederholten. Am besagten Tag ereignete es sich, dass mir Birgit unabsichtlich meine neue Digi-Cam aus der Hand schlug. Heute wollte sich Magda die geschossenen Fotos ansehen und nahm mir die Kamera aus der Hand, im nächsten Moment lag diese bereits am harten Fließboden unserer Wohnung. Klarerweise kam die Kamera genau mit dem ausgefahrenen Objektiv voraus am Boden auf, sodass dieses nun eigenartig verbogen nach oben steht und sich nicht mehr einfahren lässt. Danach war die Stimmung natürlich etwas gedrückt. Aber ich dachte mir: „Wenn du jetzt keine Möglichkeit mehr hast dein Auslandssemester zu dokumentieren, dann heißt das nicht, dass du dir davon diesen netten Abend versauen lassen musst. Wenn du nichts erlebst, kannst du auch nichts dokumentieren. Also musst du primär etwas erleben um auch etwas festhalten zu können.“ Die nächsten Tage wird dieses „Festhalten“ wohl erst einmal rein gedanklich ablaufen müssen und wir werden sehen wie sich das Problem mit der Kamera lösen lässt. Magda war diese Situation natürlich ebenfalls äußerst unangenehm und meinte auch die Reparaturkosten zu übernehmen. Wir werden sehen ... Aber wie gesagt: Davon ließen wir uns jetzt den Abend nicht versauen, na gut Magda irgendwie schon, da diese danach nicht mehr ausgehen wollte, und marschierten noch in die Diskothek Kapital, in der wir uns aufhielten bis zum bitteren Ende. Nachdem die Lichter an- und die Musik ausging begleiteten Jose und ich Marita noch nach Hause. Wir quatschten noch über Gott und die Welt, sodass die Zeit wie im Flug verging und ich erst um 09:30 Uhr zu Hause ins Bett fiel. Das ist sogar für spanische Verhältnisse relativ lang :o) Da sich dieser unangenehme Vorfall mit meiner Kamera zum Glück nicht am Anfang des Abend ereignete, gibt es zumindest von der Zeit, in der wir noch zu Hause waren, einige Fotos.
Jose mit Marita und Magda der „Kamera-Mörderin“.
„Grrrr ... gib mir deine Kamera oder ich hol sie mir!“ :-p
Es leben die Studenten stets in den Tag hinein, wär'n wir der Welt Regenten würd' immer Festtag sein!
Das letzte Foto, das Magda mit meiner Kamera schoss, nachdem diese bereits zu Boden gefallen war. Nun ja, man sieht, dass das Objektiv nicht mehr ganz in Takt ist.







2 Kommentare:
Die letzte Foto mit mir.. wie traurig.. :( Ich habe die Hoffnung dass alle gut enden wird.
Aber warum fast alle Notiz ist uber Kamera? Ben mehr Informationes uber die Party, por favor :P.
Die Bildunterschriften sind die beste!! :D:D:D !!!!! :D
'Magda- Kamera Mörderin'' hehe :D
ehhhh
it was a wonderful night !!!
I loved it.. you must admit, i am a really good singer&dancer
;)
Josep
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